Christsein als Beruf


Die Untersuchung versteht sich als pastoralsoziologische Pilotstudie, welche die verschiedenen beruflichen Laufbahnen von (ehemaligen) TheologiestudentInnen erforscht. Es geht darum, transparent zu machen, welche beruflichen Chancen und Perspektiven sich TheologInnen derzeit innerhalb und außerhalb der Kirche eröffnen, und wo die Problemfelder liegen, die eine zufriedenstellende berufliche Existenz in Frage stellen.

Grundgesamtheit des Projekts sind die InskribentInnen der Studienjahre 1971-1986 aller Katholisch- und Evangelisch-Theologischen Fakultäten und Hochschulen in Österreich. Die ebenfalls untersuchten (ehemaligen) Studierenden des Seminars für kirchliche Berufe fungieren als Vergleichsgruppe. Untersucht wurden jeweils sowohl AbsolventInnen als auch StudienabbrecherInnen, befragt wurden insgesamt etwa 2.000 Personen.

Die Untersuchung erbringt eine Reihe von neuen wissenschaftlichen Ergebnissen und Informationen: Sie thematisiert erstmals die Bedeutung der absolvierten Ausbildung für die berufliche Praxis der TheologInnen und eröffnet damit Handlungsmöglichkeiten für eine inhaltliche und didaktische Weiterentwicklung des Studiums. Die Studie analysiert ausführlich deren aktuelle berufliche Situation und zeigt damit Chancen und Probleme der theologischen Berufe (Priester, ReligionslehrerInnen, außerkirchlich berufstätige TheologInnen) auf. Durch die Erforschung der politischen und religiösen Einstellungen der Befragten leistet die Untersuchung einen wertvollen Beitrag zur Diskussion um den ekklesiologischen und gesellschaftlichen Standort der TheologInnen.

Neben dem wissenschaftlichen Zugewinn bedeuten die Forschungsergebnisse auch einen Ertrag für die Praxis folgender Einrichtungen beziehungsweise Gruppen: Sie haben hohen Informationsgehalt für Personen, die ein Theologiestudium in Erwägung ziehen oder bereits absolvieren (SchülerInnen, MaturantInnen, Studierende, ...). Die Evaluierung des Theologiestudiums liefert Informations- und Argumentationsmaterial für die mit dem Studium befassten Einrichtungen (Fakultäten, StudentInnenvertretungen). Sie können als Basis dienen für fort- und weiterbildende Maßnahmen an der Universität selbst (Post-graduate Lehrgänge) sowie in den verschiedenen Diözesen und Standesvertretungen. Die Ergebnisse vermitteln den kirchlichen und außerkirchlichen DienstgeberInnen ein objektives Bild über die berufliche Situation ihrer ArbeitnehmerInnen und liefern Informationen für Personalplanung und -management.

Publikationen

    Friesl, Christian (Hrsg.):
    Christsein als Beruf. Neue Perspektiven für theologische Karrieren
    Innsbruck - Wien (Tyrolia) 1996

    Friesl, Christian:
    Christsein als Beruf. Chancen und Problemfelder theologischer Karrieren
    Innsbruck - Wien (Tyrolia) 1996