Gemeinde als Heil-Land


Pfarrgemeinden – sind sie heute noch wichtig oder sind sie Auslaufmodell? Sind Pfarrgemeinden Orte, wo Menschen in das Kraftfeld Gottes geraten können und wo ihr Leben heiler werden kann? Was meinen Betroffene?

Diesen Fragen ging das Forschungsprojekt Gemeinde als Heil-Land nach.

Kurz charakterisieren lässt sich Gemeinde als Heil-Land folgendermaßen

  • Zugewinn an sozialen Beziehungen
  • Vertiefung eines Glaubens, der trägt und für das eigene Leben relevant ist
  • Herausforderung, das tägliche Leben aus dem Glauben zu gestalten, was sich auch in einem aufmerksamen Engagement für andere ausdrückt.


Im Rahmen des im Jahr 2000 unter Federführung von Dr. Markus Beranek durchgeführten Projektes "Gemeinde als Heil-Land", wurden vier territoriale Pfarren in Deutschland und Österreich ausgewählt unter folgenden Kriterien:

  • Drei katholische, eine evangelische Gemeinde
  • Zwei eher traditionelle Gemeinden, zwei Gemeinden mit einer besonderen Aufmerksamkeit für Gemeindeentwicklung


Es wurden qualitative Interviews mit acht bis neun Personen in jeder Gemeinde anhand eines Leitfadens geführt:

  • 2 Hauptamtliche oder Personen, die an der Leitung der Gemeinde beteiligt sind. Zu dieser Gruppe gehören Pastoral- und GemeindereferentInnen, PfarrerInnen, (Stellvertretende) Pfarrgemeinderatsvorsitzende bzw. entsprechend dazu KuratorInnen in evangelischen Gemeinden.
  • 4 Menschen, die am Gemeindeleben teilnehmen. Hier werden Menschen angesprochen, die mit der Gemeinde vertraut sind und regelmäßigen Kontakt - mindestens zweimal im Monat - zu ihr pflegen (regelmäßige Mitfeier des Gottesdienstes und/oder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe und/oder regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen).
  • 2 Distanzierte. Diese Gruppe umfasst Personen, die durch sporadische Kontakte über die Gemeinde informiert sind (Feier der Taufe, Nähe aufgrund der dörflichen Struktur...) und dem christlichen Glauben mehr oder weniger nahe stehen. Aus unterschiedlichen Gründen nehmen sie nicht regelmäßig am Gemeindeleben teil, pflegen aber auch keine Verbindung zu einer anderen Religionsgemeinschaft.

Wichtige Erkenntnisse

  1. Gemeinde ist bedeutsam für den eigenen Glauben
  2. Die zentrale Bedeutung des Gottesdienstes
  3. Gemeinde als soziale Vernetzung vor Ort
  4. Solidarität über den Kirchturmhorizont hinaus
  5. Vom Nutzen der Gemeinde für den Einzelnen
  6. Wo Licht ist, ist auch Schatten
  7. Licht der Welt und Salz der Erde - die spirituelle Tiefendimension
  8. Ermutigung zur Gemeindeentwicklung
  9. Den Aufbruch wagen