Kirche ist gratis, nicht nur am Sonntag, Kino kostet sogar montags Geld


Die den Untersuchungsgegenstand bildenden profitorientierten Organisationen sind jedoch nicht etwa Finanzdienstleister, die gegen die Risken des Lebens versichern, gemeint sind ganz konkret die großen global agierenden Medienkonzerne - wie zum Beispiel Walt Disney Corp. Dessen Erfolgsprodukt "The Lion King" - voll von aber nie ausgesprochener Religion - stand am Anfang des Interesses an dieser Fragestellung und bildete den Ausgangspunkt der Untersuchung.

Die Geburt eines Mythos an den Kalendern des September MCMLXXXXVII, ausgelöst durch den Tod einer blonden Prinzessin und weltweit profitabel vermarktet, die hollywoodeske Inszenierung von Y2K mit all den angenehmen Auswirkungen für die Auftragsbücher der Informatikdienstleister. Wrapped Reichstag als alldeutsches Sühneritual mit Bürgereucharistie und Agape. Sie gelten - zum Teil durch Veröffentlichungen als solche belegt - als weitere Spuren des Religiösen außerhalb der Welt organisierter Religionen.

Das leitende Interesse liegt nun darin, die genannten und andere Spuren des Religiösen zu orten, zu beschreiben, einen Begriff dafür zu finden und über die Konsequenzen für die Religionspädagogik nachzudenken, vor allem was das Arbeitsfeld Unterricht und Schule betrifft.

Welcher Begriff von Religion hilft diese "Spuren" zu deuten, und hat dann dieser Begriff noch etwas mit christlicher Religion zu tun? Gibt es Bedürfnisse, die religiöse genannt werden können, die dann durch Produkte der Unterhaltungsindustrie befriedigt werden? Hat es Sinn, wenn mit öffentlichen Geldern besoldete Religionspädagog(inn)en und Religionslehrer(innen) von profitorientierten Kreativen "lernen"? Können sie sich noch mit kritischer Distanz den Herausforderungen durch diese stellen?